raus aus dem alter

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Und einmal, das war der WM-Sommer, ich torkelte monatelang selig von Rausch zu Rausch, hatte junge Menschen um mich, die lachen wollten und sich nicht für die Erfinder des Rades hielten, da kam es, dass ich eine völlig substanzlose Intimitätsminute bekam, wie sie mir ganz unvergleichlich in Erinnerung geblieben ist.

Lora, die recht hübsche, vor allem aber umgängliche Freundin Lenzens, erhob sich zufällig im selben Moment wie ich vom Trinktisch, mit auch noch derselben Absicht, die aufgestauten Harne in ein Wasser zu seichen. So machten wir uns gemeinsam auf den Weg durch das Pulk Fußballbegeisterter, die in Wahrheit gar nicht von Fußball, nur von sich selbst oder besser: einer Ahnung eines in der Realität nicht existenten sie selbtes begeistert waren (aber das ist schon zu wertend), durch die gingen wir also durch. Ich schaffte die Gasse, sie folgte. Unser Weg führte uns einige Stiegen hinauf, das Pulk hinter uns zu lassen, und dann in eine Halle hinein und durch diese hindurch, die wohl deswegen leer war, weil erstens das Wetter alles zum Konsum nach draußen lockte und zweitens einige Tische für eine Abendveranstaltung eingedeckt waren. Tja, und kurz vor dem Klo standen da dann diese Kühlschränke, aus denen des Abends wohl Alkoholika ans dämlich gesoffene Volk verkauft werden sollten, und sie waren erstens voll mit Sprit und zweitens herrlich unabgeschlossen. Mich kitzelte es sofort in den Fingern und ich teilte ihr meine Diebesgeilheit mit. Lora selbst hatte sofort die selbe Idee, weshalb wir einen Augenblick heimlicher Verbündung erfuhren, als wir zur Tat schritten. Ich hatte schon eine Flasche Moët (oder so) in der Hand, da fiel mir ein, dass der Diebstahl auf dem Rückweg sinnvoller wäre, so könne man wenigstens in Ruhe pissen. Ja, meinte sie, sie pisse auch gern in Ruhe, und so stellte ich den Cabernet Sauvignon (oder auch so) leise und schnell zurück und wir machten uns zu den Aborten, was in seiner Doppeldeutigkeit ein verzichtenswertes Wort ist. Wir machten uns... zu den 00's. Die Klotür der Damen war abgesperrt, weshalb ich meine eben ja zur Verbündeten gewordene ungehemmt zum Schiffen im Herrenhaus einlud, waren wir ja unter uns. Sie nahm damenhaft an und nickte mir zu als sei ich ihr Bediensteter. Ich grinste und wies ihr, aus irgendeinem Gefühl von Anstand heraus, das allererste Häuschen und nahm selbst, führ sie wahrnehmbar, das allerletzte Häuschen. So taten wirs dann doch wenigstens mit knappen 10 Metern Luftweg. Nur spielte uns da die Anatomie der Möse an sich einen Streich. Während ich ja meinen Pimmel eh den einen oder anderen Zentimeter in die Schüssel hänge, die Urinfallhöhe damit bis zur Geräuschlosigkeit senke und darüber hinaus den Strahl mittels Schlauch auch noch in die leiseren Ecklein lenken kann, pisst das arme Weib stets im rechten Winkel aufs Keramik, was die maximale Soundausbeute aus der Klangmuschel zaubert. So saßen wir also da, sie vergeben, ich versoffen, diebische Geschwister im Geiste, und hörten ihr beim Pissen zu als stünden wir an den Niagaras. Ein heiliger Moment für mich, auch wenn ich ahnte, er sei ihr unsäglich peinlich. Mir schoß durch den Kopf, wie der gelbe Saft aus dem kleinen Löchlein spritzte und die Schamlippen striff, wie die Schamlippen ihn teilweise ablenkten und seine äußersten Tropfen womöglich an ihre Schenkelwurzeln spritzten oder in das Schamhaar und sich dort einnisteten, bis sie entweder abtropften und wie kleine Kamikazepiloten aus der Mösenperipherie heraus und ins Nirwana hinab schossen oder aber vom rauhen Recyclingpapier fortgewischt werden sollten, sofern sie ihre Scham nicht Lenz zuliebe oder irgendeiner anderen irregeführten Ästhetik halber zu einer Fotzenvollglatze rasiert hatte. Auf jeden Fall wars wunderbar, auch wenn es hier nicht um Begehren geht, falls das jemand so gelesen haben mag. Es ging ums Pissen, das alltägliche Pissen, und dass das alltägliche Pissen etwas mit uns anstellte.

Naja, wir wuschen uns dann die Hände, klauten die Flasche und erzählten den anderen von den damit verbundenen Aufregungen, behielten alle weiteren Aufregungen für uns und schlüften später, auf dem Weg in eine Nacht aus Lichtern, Kneipen, Tanz und Suff, den Sekt in einem Zug (dem Transportmittel) aus. Sie wird ihm sicher noch davon erzählt haben, aber Lenz hat es mir gegenüber nie erwähnt.

Pissen hab ich natürlich noch öfter Mädchen gehört, heimliche, leise Strählchen hinter Schiebetüren in dünnwandigen, engen Hotelzimmern gaben sie von sich, oder laute und forsche, schier aufdringliche, wo-ist-der-brand-den-ich-auspissen-soll-schreiende Urinfälle bei offener Scheißhaustür - aber den Moment mit Lora hat nichts davon erreicht. Ehrlich gesagt, es war zumeist trivial und manchmal... geradezu ekelhaft.
3.12.09 10:39
 


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