raus aus dem alter

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Dann war da Hélêne. Accents wieauchimmer. Sie hatte lila Flügel auf den Unterbauch tätowiert und ich fragte: „Was sind das für Fotzlappen?“. Ihre Briefe trieften vor Fehlern, inhaltlich. Sie beschrieb Dinge, die in Wahrheit anderes gewesen waren. Begründete ihre Gefühle auf dilettantischen Beobachtungen hinter romantisierenden Schleiern. Verstand nicht. Sah aber super aus, von den Fotzlappen abgesehen. Einmal haben wir’s gemacht, in der Dusche, sie biss regelrecht die Fliesen von der Wand, dabei war sie ganz und gar keine Bissige. Ich machte mich also von hinten an ihr zu schaffen, fand sie auch sehr toll da im Regen, großartiges Haar, vor allem nass, herrliche Stimme, und sie benutzte sie auch, Wasser, das von ihrem Rücken ronn und zwischen ihren Arschbacken zum Bächlein wurde und dann ich mit meinem Brückenpfeiler am respektable Wellen schlagen. Ihre Art, alle Extremitäten von sich zu strecken um heftiger überrollt zu werden. Kopf im Nacken sowieso. Dabei also passierte es, dass ich sie, nun ja, durchschaute. Vielleicht verriet sie nur ein zu rotziges Durchdiehaarefahren. Vielleicht waren’s auch Informationen vom Gebärmuttereingang, weiß man's - ich ja mit körpereigener Antenne am Informationen sammeln. Aber jetzt mal kurz gesagt: Sie versuchte, eine zu sein. Oder für die Verfechter von Metaphorik: Sie träumte vom Orbit, ich bohrte nach Öl.

Hélêne also war besoffen von mir. Ständiges Anrufen, nicht enden wollendes Treffenwollen. Hélêne, Hélêne. Immer nur Hélêne. Anfangs kam mir das entgegen, denn ich hatte eine Lust an ihr. Ich hatte eine ziemliche Durststrecke hinter mir und wenn dann das Leben sein Euter gnädig herunterlässt dann säufst du dich am Leben welk. Irgendwann natürlich kannst du’s nicht länger machen wenn du’s vom Kern her eigentlich nicht machen willst. Ich sagte also: „Hélêne, du musst geh’n.“ Doch ging sie nicht, stattdessen wieder: Dusche, Extremitäten, Brückenpfeiler, Öl. Naja, mein Ego kam auf Touren und gebot orale Verwöhnung, sprich: Sie sollte vor mir knien. Liebesentzug ist ein hartes Werkzeug im Kampf um die Überhand. Ich setzte mich durch, weil ich in ihrem Fall nichts zu verlieren sah. Ihr dagegen war das dünnere Brett großflächig unter den Arsch gewachsen und ich war fleißig mit der Säge am fuchteln. „Bitte, bitte!“, so Hélêne. Im Normalfall geht's dann folgendermaßen weiter: Du fängst an dich zu ekeln, weil dir diese Verbiegung von Persönlichkeit voll zuwider ist, hast es ja selbst nicht nötig. Unser Fall war Normalfall, also: Küsse meiden, nur noch Docht reinstecken, duschen. Öl. Hélêne am wegbrechen. Hélêne mit Sand in den Händen. Mit Kopf im Sand. Hélêne am erkranken, auch körperlich. Tief liegende Augen, schwarze Folterränder darunter, Titten am verdorren, der lila Unterbauch ein traurig Flug. Ich wieder: „Hélêne, du musst geh’n.", log ihr da nichts vor, es gab kein uns. Dennoch, den finalen Cut musste ich machen. Natürlich erst später und unspektakulär, deshalb gibt es darüber nichts zu berichten. So blieb eigentlich nicht viel von Hélêne, nicht einmal ein Sprung in den Fliesen; geschweige die korrekten Accents.
14.6.07 11:20
 


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